Ein Netzwerk zum Thema Neurodivergenz entsteht
In unserer täglichen Arbeit werden wir immer wieder und gefühlt immer mehr mit dem Thema AD(H)S und Autismus-Spektrum-Störungen konfrontiert. Immer wieder ähneln sich die Situationen:
Es beginnt mit Problemen in Kindergärten oder Schulen, Kinder und Jugendliche fühlen sich zunehmend falsch und missverstanden, bis hin zu suizidalen Tendenzen, Eltern sind oft überfordert, wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Ist etwas klinisch falsch oder ist mein Kind nur in einer schwierigen Phase?
Wenn man dann eine Diagnose anstrebt, gestaltet sich auch dieser Weg schwierig und dauert oft sehr lange. Selbst mit Diagnose wird die Realität nicht zwangsläufig besser, für die Außenwelt hat man nun einen Stempel und muss erstmal sondieren, welche Angebote es zum Thema bei uns vor Ort gibt.
Insgesamt scheint das Thema in allen Lebensaltern immer präsenter zu werden und gleichzeitig mit vielen Vorurteilen behaftet zu sein. Daher möchten wir an zwei Punkten ansetzen, um das Leben für Betroffene und deren Umfeld zu erleichtern:
1. Außen
Wir möchten in der Öffentlichkeit durch gezielte Information Vorurteile abbauen. In Kindergärten und Grundschulen sollen Themenabende für betreuendes Personal und interessierte Eltern angeboten werden. Wir möchten eine Broschüre erstellen, die neben grundsätzlichen Informationen auch Interviews mit Betroffenen unterschiedlichen Alters enthält. In unserem Umfeld haben wir mehrere betroffenen Frauen, die sich gerne einbringen möchten und aus ihrer erwachsenen Sicht anderen Erwachsenen gut vermitteln können, was in bestimmten Situationen in Kopf und Körper passiert. Wir sind überzeugt, dass es eine große Hilfe für betroffene Kinder ist, wenn Betreuer jeglicher Profession sich besser in ihre spezielle Lage einfühlen können.
Damit auch Kinder im Grundschulalter spielerisch an das Thema herangeführt werden, sollen Kinderbücher zum Thema zur Verfügung gestellt werden.
2.Innen
Wir möchten betroffene Familien an der Stelle abholen, an der sie sich fragen „Brauchen wir eine Diagnose?“. Dazu möchten wir am 25.04.26 im Bürgerhaus Neu-Anspach eine Informationsveranstaltung zum Thema Neurodiversitäten anbieten, die Impulsvorträge beinhaltet sowie die Möglichkeit für Interessierte, sich an Ständen niedrigschwellig über Angebote zum Thema in unserem direkten Sozialraum zu informieren. Auch die Wartezeit auf eine Diagnose oder auf einen Therapieplatz können so überbrückt werden.
Betroffenen Kinder, Jugendliche und deren Eltern sowie betroffene Erwachsene können sich im Rahmen der Angebote miteinander vernetzen und austauschen und hoffentlich dabei spüren, dass sie nicht alleine oder falsch sind, sondern eben "GANZ besonders".
Gleichzeitig soll das auch die Initiativen und Selbstständigen und ihre Arbeit sichtbar machen und damit gut für alle Beteiligten sein. Damit jeder betroffenen Familie schnell Hilfe zukommen kann, wünschen wir uns viele neue Mitglieder und sehr gerne auch Spenden. Mitgliedsbeiträge und Spendengelder werden direkt in das Projekt fließen und ermöglichen, dass auch Familien, die finanziell dazu selbst nicht in der Lage wären, die Unterstützung bekommen können.

